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Nein, ich installiere Ihre App nicht, um Essen zu bestellen.

Tracking ist das neue Gold. Unternehmen folgen dem Beispiel Google mit eigenen Tracking-Apps.

2020-06-09
Der Aufschrei war laut, als Politiker anfingen, über Corona-Tracing-Apps zu sprechen: Wo ist der Schutz der Privatsphäre? Wie stellen wir sicher, dass unsere persönlichen Daten nicht in die falschen Hände gelangen? Nun, da wir sensibilisiert sind, wird es Zeit zu fragen, welche Apps jede unserer Bewegungen, unser Surfverhalten, unsere Einkaufsaktivitäten verfolgen.

Während alle über Corona-Tracing-Apps und Googles umfangreiches Tracking sprechen, ist es beunruhigend, dass niemand über die Tracking-Methoden von allen möglichen Apps spricht.

App-Manie

Heute haben wir Apps für alles:

  • zum Bestellen
  • um das Parken zu bezahlen
  • zum Prüfen des lokalen Wetters
  • zum Öffnen der Haustür
  • um die Heizung in den eigenen vier Wänden zu verwalten
  • zum Aufschließen des Hotelzimmers
  • zum Einchecken beim Fliegen
  • um lokale Nachrichten abzurufen

Man könnte es eine App-Manie nennen. Was auch immer Sie früher online oder offline erledigt haben, können Sie jetzt über eine App erledigen. Läden und Unternehmen bieten in der Regel sogar Rabatte für die erste Nutzung der App an. Aber warum ist das so? Warum wollen diese Unternehmen Sie zur Nutzung ihrer Apps drängen?

Kleine Verfolgungsmaschinen

Diese Apps haben AGB, die Sie sorgfältig lesen sollten, was natürlich niemand tut. Warum sollten Sie auch diesen komplizierten langen Text schließlich lesen, nur um Essen zu bestellen? Nun, das sollten Sie, denn einige verfolgen Ihre Standortdaten, andere Ihre Surfgewohnheiten, Ihre Einkaufsgewohnheiten. Diese Erkenntnisse helfen den Marketing-Teams, Sie als Kunden besser anzusprechen. Sie werden wissen, welche Angebote funktionieren, auf welche Art von Werbung Sie klicken und bei wem Sie einkaufen.

Einige Apps sammeln diese Daten sogar für Marketingfirmen, die die Daten dann wiederum an jeden verkaufen, der in der Lage und bereit ist, dafür zu bezahlen. Es sieht so aus, als hätte inzwischen jedes kleine Geschäft, jedes Unternehmen das Geschäftsmodell des Überwachungskapitalismus von Google und Facebook kopiert.

Google und Facebook sind natürlich führend in der standortbezogenen Werbung. Beide Unternehmen sammeln die Daten der Nutzer aus ihren eigenen Apps. Google und Facebook verkaufen diese Daten nicht, sondern nutzen sie direkt für gezielte Werbung.

App-Berechtigungen verwalten

Facebook, Twitter, WhatsApp - diese Apps wissen immer, wo Sie sind. Diese Daten werden im Hintergrund erfasst und gespeichert, unabhängig davon, ob Sie die App gerade nutzen oder nicht. Andere Apps greifen auf Ihre Kontakte oder Ihre Kamera zu. Wenn Sie bei der Installation der App einfach auf "Zugriff erlauben" klicken, kann die App jederzeit auf Ihre Kontakte oder Ihre Kamera zugreifen.

Auf Tracker prüfen

Das klingt alles sehr beängstigend und irgendwie unmöglich zu verhindern. Aber es ist viel einfacher, diese Art der Verfolgung zu verhindern, als Sie denken.

Exodus Privacy ist eine großartige Website, auf der Sie überprüfen können, ob die von Ihnen verwendeten Apps mit aktiven Trackern ausgestattet sind. Mit diesem Wissen können Sie entscheiden, ob Sie diese App wirklich brauchen oder ob sie entbehrlich ist.

Auf Android können Sie auch App-Berechtigungen einfach verwalten. Gehen Sie auf Einstellungen und Apps und klicken Sie auf die App-Namen, für die Sie den Zugriff widerrufen oder einschränken möchten.

Zusätzlich können Sie Werbe-Blocker verwenden. Auf Android ist eine gute Blockier-App Bouncers. Diese App blockiert den Zugriff auf Standortdaten, die Kamera, gespeicherte Kontakte und mehr. Sie können den Zugriff für bestimmte Apps vorübergehend erlauben, falls Sie diese Funktion unbedingt benötigen. Sobald Sie die betreffende App schließen, wird der Zugriff automatisch wieder entfernt. Eine weitere gute App ist Blokada, die Sie auf F-Droid bekommen können. Eine ähnliche Anwendung auf iOS ist Lockdown.

Je weniger, desto besser

Wenn es um Apps geht, lautet die Faustregel: Je weniger, desto besser. Erstens spart es Ihnen Speicherplatz auf Ihrem Gerät. Zweitens gibt es Ihnen die Freiheit, sich keine Sorgen über potenzielle Tracker machen zu müssen, die Ihre Daten ausnutzen wollen.

Wenn Sie noch nicht überzeugt sind, sollten Sie unbedingt diesen Artikel der New York Times lesen, in dem es darum geht, wie sich App-Tracking auf jeden Einzelnen auswirkt: "Die Branche der mobilen Standortbestimmung begann als eine Möglichkeit, Apps und Werbeanzeigen für Unternehmen auf die Umgebung anzupassen, aber sie hat sich zu einer Datenerfassungs- und Analysemaschine gewandelt.

Wenn es also um Apps geht, denken Sie daran: Je weniger, desto besser.

Und sollten Sie sich fragen, ob die Tutanota-App mit Trackern ausgestattet ist, schauen Sie einfach unter Exodus Privacy nach.