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Kinder brauchen Verschlüsselung im heutigen Internet.

Wir müssen aufhören, unsere Augen vor dem Offensichtlichen zu verschließen: Verschlüsselung ist das beste Mittel, um die Daten unserer Kinder zu schützen.

2020-05-26
Eltern, die das Internet nutzen, verhalten sich wie kleine Kinder, wenn diese "Verstecken" spielen: Kleinkinder halten sich beim Verstecken einfach die Augen zu und denken, wenn sie sich selbst nicht sehen können, kann sie auch kein anderer sehen. So gehen Eltern mit den Daten ihrer Kinder um: Wenn sie Termine und Bilder auf Online-Servern speichern, reden sie sich immer wieder ein, dass nur sie auf die Daten zugreifen können. Schließlich sind diese ja mit einem Passwort geschützt.

Privatsphäre von Kindern schützen

Im September letzten Jahres wurde Google wegen Verletzungen der Datenschutzrechte von Kindern auf YouTube mit einer Rekordsumme von 170 Millionen Dollar bestraft. Die Aufsichtsbehörden argumentierten, dass Google unrechtmäßig persönliche Daten von Kindern gespeichert und diese zu Profitzwecken verwendet und die Kinder gezielt mit Werbung angesprochen habe.

Es ist zwar ein gutes Zeichen, dass Google für die Verletzung der Datenschutzrechte von Kindern bestraft wird, aber es muss noch viel mehr getan werden, um Kinder und ihre Daten zu schützen.

Ständiges Sammeln & Indexieren

Heute wächst eine Generation heran, von der jede Bewegung, jedes Lebensereignis, jede Krankheit oder Genesung online aufgezeichnet, gespeichert und analysiert wird - nicht nur von den Eltern, sondern auch von Google, Facebook und anderen.

Diese Sammlung enthält bereits eine unschätzbare Menge an privaten Daten, die von Werbetreibenden, zukünftigen Arbeitgebern, Krankenkassen oder anderen böswilligen Akteuren abgegriffen werden können. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder zu frei denkenden Erwachsenen heranwachsen, müssen wir sie vor dieser übermäßigen Datensammlung schützen, die die Werbemaschine füttert, die bereits so viele Entscheidungen beeinflusst, nicht nur in Bezug auf die nächste Einkaufsliste, sondern auch in Bezug auf die Politik.

Verstecken spielen, aber mit Daten

Da ich in einer Zeit vor dem Internet geboren wurde, wurde unser Familienkalender in Papierform geführt, Urlaubsbilder wurden in Fotoalben geklebt. Eine digitale Kopie meiner Kindheit existiert nicht.

Für die Kinder von heute ist das ganz anders: Familienkalender werden online gespeichert, Bilder werden über E-Mails oder Kurznachrichten ausgetauscht, manchmal sogar in sozialen Medien veröffentlicht. Ohne ihre Zustimmung speichern wir das Leben unserer Kinder auf Servern von Werbeunternehmen, die diese Daten gegenüber Angriffen von Unternehmen, staatlichen Spionageagenturen und anderen nicht ausreichend schützen.

Eltern verhalten sich heute wie kleine Kinder, wenn letztere Verstecken spielen: Kleinkinder halten sich beim Verstecken einfach die Augen zu und denken, wenn sie sich selbst nicht sehen können, kann sie auch kein anderer sehen. So gehen Eltern mit den Daten ihrer Kinder um: Wenn sie Termine und Bilder auf Online-Servern speichern, reden sie sich immer wieder ein, dass nur sie auf die Daten zugreifen können. Schließlich sind sie mit einem Passwort geschützt.

Bedrohung für unsere Gesellschaft

Dieser sorglose Umgang mit den Daten unserer Kinder ist eine Bedrohung für unsere Gesellschaft. Wenn diese Daten für Technologieunternehmen und andere leicht zugänglich bleiben, besteht die Gefahr, dass böswillige Akteure umfangreiche Profile über all unsere Kinder erstellen - ihre Ausbildung, ihre Gewohnheiten, ihre Gesundheit, ihren sozialen Hintergrund, im Grunde alles.

Diese Profile können - und werden - missbraucht werden, um unsere Kinder als Konsumenten, aber auch als Wähler zu manipulieren. Politische Werbekampagnen während der US-Wahl 2016 haben bereits gezeigt, wie gefährlich dies für jede freie, demokratische Gesellschaft ist. In Zukunft wird diese Bedrohung weiter wachsen.

Verschlüsselung als Hoffnungsschimmer

Einige Politiker, wie Barr, als er den Earn It Act vorschlug, verteufeln die Verschlüsselung als von böswilligen Akteuren benutzt, um unsere Kinder anzugreifen. Diese Panikmache ist ein Verrat an der Öffentlichkeit darüber, wer die wirklich gefährlichen Feinde online sind: Unternehmen und Regierungen, die die Daten nutzen, um Profile zu erstellen und Manipulationskampagnen zu starten. Das Ziel ist Kontrolle.

Was bleibt also noch zu tun? Wir können entweder weiterhin die Augen vor den wirklichen Bedrohungen im Internet verschließen. Oder wir können damit beginnen, eine Veränderung herbeizuführen, indem wir Alternativen zum Mainstream-Dienst nutzen, die die Privatsphäre respektieren.

Im Gegensatz zu einer solchen Panikmache ist die Verschlüsselung das beste Mittel, das wir haben, um die Daten unserer Kinder zu schützen. Bei der Verwendung eines verschlüsselten Kalenders oder einer sicheren E-Mail zum Speichern und Austauschen von Daten können Eltern sicher sein, dass niemand die Daten ihrer Kinder ausspioniert oder missbraucht.